Etage und Ausrichtung sind zwei Entscheidungen, die sich später nie mehr ändern lassen. Trennwände kann man versetzen, die Küche renovieren, aber eine Wohnung mit Fenstern nach Norden bleibt so, solange das Gebäude steht.
Ausrichtung
Südzimmer bekommen den ganzen Tag Licht und sind im Winter wärmer — im Sommer ohne Beschattung aber auch heißer. Osten bringt kräftiges Morgenlicht und wird nachmittags ruhiger, was viele für Schlafzimmer bevorzugen. Westen bringt starke Nachmittagssonne, was im Juli Hitze bis spät bedeutet. Norden gibt gleichmäßiges, aber kühles Licht ohne direkte Sonne.
In der Praxis sind Wohnungen mit doppelter Ausrichtung — Fenster auf zwei Seiten — am angenehmsten. Das ermöglicht Querlüftung, die im Sommer mehr wert ist als jede Klimaanlage.
Untere Etagen
Sie sind praktisch mit kleinen Kindern oder älteren Eltern und hängen nicht vom Aufzug ab. Dafür bekommen sie weniger Licht, vor allem wenn das Gebäude gegenüber hoch ist, und sind dem Straßenlärm stärker ausgesetzt.
Mittlere Etagen
Meist der beste Kompromiss: hoch genug für Licht und Aussicht, niedrig genug, um zu Fuß hinaufzugehen, wenn der Aufzug ausfällt. Dazu kommt der thermische Vorteil, oben und unten von anderen Wohnungen umgeben zu sein.
Oberste Etage
Sie hat das beste Licht und die beste Aussicht und meist weniger Straßenlärm. Sie spürt aber die Außentemperatur am stärksten, weil das Dach direkt darüber liegt. Fragen Sie, wie das Dach gedämmt ist und ob es Undichtigkeiten gab — das ist die wichtigste Frage bei der obersten Etage.
Was gern vergessen wird
Prüfen Sie, wo der Parkplatz liegt und ob er zur Wohnung gehört oder gemeinschaftlich ist. Achten Sie auf die Lage zu Nachbargebäuden — ein neues Gebäude gegenüber kann Ihnen zwei Jahre später das Licht nehmen. Und besichtigen Sie die Wohnung zu verschiedenen Tageszeiten; was morgens ruhig wirkt, kann um sechs Uhr abends ganz anders sein.